Projekte

„Klassensprecher*in des Jahres“

Der Wettbewerb „Klassensprecher*in des Jahres“ ist das Flaggschiff der empati gGmbH. Es war überraschend, dass es zwar schon lange einen Deutschen Lehrerpreis gab, aber bis 2018 weder in einer deutschen Stadt, noch in einem Bundesland und schon gar nicht auf Bundesebene einen Preis für die engagiertesten Klassensprecher*innen gab.

Diesen Umstand wollte die empati gGmbH ändern, denn der tolle soziale Einsatz der jungen Interessens- und Meinungsvertreter*innen gehört bekannt gemacht und gewürdigt. Seit 2018 veranstaltet empati nun die Wahl zu Berlins „Klassensprecher*in des Jahres“ und seit 2020 auch Brandenburgs „Klassensprecherin – Klassensprecher des Jahres“. Weitere Bundesländer und auch der Bundeswettbewerb sollen folgen. Weitere Infos unter: www.klassensprecher-des-jahres.de

FäMis – Die Fähigkeiten von Migrantinnen stärken

Fein zusammengerollte Weinblätter, handgroße Pizzen mit herzhaftem Hackfleischbelag, Blätterteigspeisen, bunte Salate oder leckere Süßspeisen: Wer kennt nicht die kulinarischen Kunstwerke von türkischen oder arabischen Hochzeiten? Oftmals zaubern mehrere befreundete oder verwandte Frauen mit Migrationshintergrund in geselliger Runde diese Leckereien. Ohne sich dessen bewusst zu sein, bilden sie so eine Art semiprofessionelles Catering.

Diese Talente müssen gefördert und noch weiter professionalisiert werden. Das ist der Hintergedanke des Projekts „FäMis“ (Fähigkeiten von Migrantinnen stärken). In dem Projekt nehmen erwerbslose bzw. arbeitssuchende Frauen mit Migrationshintergrund an Fortbildungen teil wie dem Umgang mit modernen Küchentechniken, Lebensmittelpersonalhygiene, Catering oder Präsentation von Speisen. Dafür erhalten sie Zertifikate von der Konditoren- und Bäcker-Innung.

Gleichzeitig arbeiten sie mit professionellen Coaches ihre persönlichen Stärken heraus und planen ihre berufliche Zukunft. Der letzte Baustein des Projekts sind Sprachseminare, bei denen die Teilnehmerinnen sprachlich fit gemacht werden für ihren beruflichen Einsatz in der Gastronomie, bei Bäckereien oder Konditoreien.

Als motivierenden Abschluss ihrer Projektteilnahme können die Frauen ihre erweiterten Kompetenzen bei Straßenfesten, Weihnachtsmarkt, Sportfeiern, selbstorganisierten Veranstaltungen oder auch Kochkursen präsentieren. Durch die Interaktion mit Gästen wird ihre Integration im Stadtteil weiter vorangebracht.

„Neu_Raum – Neuköllner Raum für Orientierung und Teilhabe“

Nicht jeder hat es einfach, einen Arbeitsplatz zu finden. Oftmals sind die Startbedingungen zu unterschiedlich. Aus diesem Grund startete die empati gGmbH im Juli 2018 das Projekt „Neu_Raum“ starten. Es spricht ab Juli 2018 bewusst Neuköllner*innen an, die bei der Arbeitsplatzsuche vor großen Herausforderungen stehen: Dazu zählen besonders benachteiligte Ü25-jährige Arbeitslose, nicht erwerbstätige Neu-Zuwanderer aus EU-Mitgliedsstaaten und Personen mit Flucht- bzw. Migrationshintergrund. In dem Projekt eignen sie sich wichtige berufliche Kenntnisse an, lernen neue Wege zur Beschäftigung kennen und gewinnen gesellschaftliche Anerkennung.

Das Projekt Neu_Raum leistet einen Beitrag zur Förderung der sozialen Integration und Beschäftigungsfähigkeit von besonders arbeitsmarktfernen Personen in Neukölln. Methodisch gilt es, sie in ihrem Lebensumfeld anzusprechen, ihnen Kenntnisse und Kompetenzen zu vermitteln, individuelle Perspektiven aufzuzeigen und gesellschaftliche Anerkennung zu initiieren.

Säulen des Projekts

Integrierte Lehrwerkstätten: Projektteilnehmende erhalten in ihrer Freizeit berufsspezifische Einblicke zu den Arbeitsfeldern Technisches Zeichnen, Holzgewerbe oder Medien & Kommunikation. In Lehrwerkstätten vermitteln Experten ihnen berufsspezifisches Know-How fachkundig. Die Teilnehmer*innen wenden diese Kenntnisse wiederum anhand eines parallel stattfindenden, integrierten Konstruktionsprozesses von sog. „gemeinnützigen Gütern“ praktisch an. Die hergestellten Güter sind gemeinnützig, da sie sich auf eine konkrete Nachbarschaft (und deren Akteure) in Neukölln beziehen und dieser darüber hinaus für öffentliche Aktivitäten und Veranstaltungen zur Verfügung stehen.

Coaching-Programm: Durch (1) systemisches Einzel-Coaching, (2) Praxis-Beratung und (3) Lehrgängen zum Thema Arbeitsmarkt & Bewerbungstraining identifizieren wir gemeinsam mit den Teilnehmenden ihre Hürden bei der Suche nach Beschäftigung, ihre Kompetenzen und Möglichkeiten.

Nachbarschaft & Mentoring: Durch eine mit den Teilnehmenden und lokalen Netzwerkpartnern (Einrichtungen, Initiativen, Vereine etc.) koordinierte Planung bzw. Teilnahme an Aktivitäten eröffnen sich den Teilnehmenden Möglichkeiten der Begegnung, der sozialen Anerkennung und der persönlichen Vernetzung in ihrem konkreten Lebensumfeld. Soziale Kompetenzen werden so im nachbarschaftlichen Mentoring-Programm ganz beiläufig trainiert.

Interessierte können sich bis Ende September für eine Teilnahme am Projekt bewerben – Die Anzahl an Teilnahmeplätzen ist begrenzt! Weitere Infos im Flyer.

Wir suchen eine*n neue*n Mitarbeiter*in: Stellenbeschreibung

Das Projekt wird finanziell durch das Bezirksamt Neukölln von Berlin und der Stiftung Pfefferwerk unterstützt.

Weitere Kooperationspartner: Quartiersmanagement Ganghoferstraße, Stabsstelle für Innovation und Integration im Bezirksamt Neukölln, Otto-Suhr-Volkshochschule Neukölln, Beauftragte für Migration und Flüchtlinge im Jobcenter Neukölln, Neuköllner Koordinierungsstelle für Flüchtlingsfragen.

Das Projekt „Neu_Raum – Neuköllner Raum für Orientierung und Teilhabe“ wird gefördert aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales im Rahmen der Bezirklichen Bündnisse für Wirtschaft und Arbeit und kofinanziert aus Mitteln des Integrationsfonds des Masterplan Integration und Sicherheit.

 

Wettbewerb „Nachbarschaf(f)t Freundschaft“

Gute Nachbarschaften von Menschen unterschiedlicher kultureller Herkunft leisten einen wichtigen Beitrag zur erfolgreichen Integration.
Für die Stadt Neckarsulm hat empati 2019 einen Wettbewerb der schönsten Nachbarschaften zwischen Bürgern, die schon lange in der Stadt leben, und neuangekommenen Bürger konzipiert.

Die Stadt steckt voll spannender Geschichten vom engen und sich gegenseitig bereichernden Zusammenleben der beiden Seiten. Nur leider sind sie kaum bekannt. Der Wettbewerb möchte dem entgegenwirken und der Öffentlichkeit diese  Best-Practice-Beispiele bekannt machen.

Gesucht werden Beispiele fur ein haronisches alltägliches Zusammenleben in einer interkulturellen Nachbarschaft. Teilnehmer können das Besondere ihrer Nachbarschaft in einem Bewerbungsforular beschreiben.

„Toledo to go“

Das 13. Jahrhundert in der spanischen Stadt Toledo – was für eine blühende Zeit für Juden, Christen und Muslime! Da begegnen sie sich friedlich auf dem Markt, lernen voneinander in der Übersetzerschule, musizieren zusammen und bauen gemeinsam den neuen Stadtturm auf. Doch dann stürzt aus dem Nichts ein schreckliches Ereignis auf die Bürger*innen ein, das alles auf’s Spiel setzt.

Das ist das Szenario des Planspiels „Toledo to go“. Die empati gGmbH entwickelt im Auftrag von Life e.V. die Spielmaterialien. Dazu gehören die Abläufe, Rollen, Ereigniskarten, Hintergrundinformationen, Anleitungen für Teamer*innen und vieles mehr.

Das Planspiel möchte jeder Form von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit (insbesondere Rassismus, antimuslimischer Rassismus und Antisemitismus) entgegenwirken, indem es die Teilnehmer*innen von ihrer aktuellen Lebenswelt abholt und hineinversetzt in die Welt des mittelalterlichen Toledos, einer Stadt der religiösen und kulturellen Vielfalt. Das Spiel eignet sich, mit Schüler*innen von Sekundarschulen und an Orten der Jugendarbeit durchzuführen.

DialoWG – die jüdisch-muslimische Wohngemeinschaft

Jüdisch-Muslimische Begegnungsprojekte, Kamingespräche und Seminare gibt es schon viele. Die „jüdisch-muslimische DialoWG“ ist etwas ganz Neuartiges. Die empati gGmbH brachte in dem Projekt zwei junge Juden und drei junge Muslime in Berlin in einem ganz ungewöhnlichen Rahmen und doch in ihrem Alltag zusammen. Sie bildeten über acht Tage eine Wohngemeinschaft in einem eigens angemieteten Appartement in Berlin-Mitte. Währenddessen verfolgten die WG-Bewohner wie gewohnt ihre alltäglichen Aufgaben: Schule, Studium, Arbeit… Aber ihr Zuhause teilten sie sich mit den Anhängern der anderen Religion. Das heißt, dass jeder mal kochte, sie zusammen aßen und gemeinsam sauber machten.

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Studien für das Bundesinnenministerium

Die empati gGmbH hat im Jahr 2016 zwei verschiedene wissenschaftliche Expertisen für das Bundesministerium des Innern erstellt. Ergebnisse sind dabei eingegangen in den 2. Antisemitismusbericht des Deutschen Bundestags.

In der ersten Studie ging es um „Muslimische Bildungsarbeit gegen Antisemitismus“. In diesem Rahmen wurden jüdisch-muslimische Begegnungsprojekte und die Bildungsarbeit von muslimischen Organisationen gegen Antisemitismus in Deutschland untersucht.

Dafür wurden verschiedene Akteure/innen aus dem Handlungsfeld interviewt. Die Studie verfolgte das Ziel, das wenig bekannte Engagement islamischer Organisationen und muslimischer Personen sichtbar zu machen und so dem verbreiteten Bild von Muslimen ausschließlich als Träger/innen von Antisemitismus differenziertes Wissen entgegenzusetzen und Muslime als Partner/innen für die Zurückdrängung und Bekämpfung von Antisemitismus zu betrachten.

Einstellungen von Imamen zum Judentum/Juden

In der Studie „Einstellungen von Imamen zum Judentum/Juden“ wurden 18 Imame und Hodschas befragt. Die religiösen Autoritäten hatten fünf verschiedene ethnische Hintergründe, arbeiteten für vier verschiedene Verbände oder unabhängigen Moscheen in sieben Bundesländern.

In den Interviews ging es u.a. um folgende Themenkomplexe:

  • Persönliche Kontakte und Erfahrungen
  • Kenntnisse und Umgang mit kritischen Quellentexten
  • mögliche Wechselbeziehung zwischen Antisemitismus und Islamfeindlichkeit
  • Nahostkonflikt
  • Juden/Jüdinnen in der bundesrepublikanischen Gegenwart

Die Mehrheit der Befragten zeigte oftmals reflektierte, differenzierte Haltungen. Die Daten lassen erkennen, dass die Imame sich insbesondere bei ihrer Position zum Antisemitismus in einem Spannungsfeld sehen, in dem sie sich gegenüber der Mehrheitsgesellschaft auf der einen Seite und Teilen der Gemeinde auf der anderen Seite rechtfertigen müssen. Die Vorstellung, dass Imame ihre Gemeinde radikalisieren, kann durch die Ergebnisse dieser Studie nicht bestätigt werden. Mehrmals wiesen die interviewten Imame darauf hin, dass ihre Haltungen weniger vorurteilsbelastet sind als die ihrer Gemeindemitglieder.

Partizipationsprojekt JUMA

Sie sind jung, sie sind muslimisch, voller Tatendrang und haben eine Menge zu sagen. Die Plattform dafür bietet
ihnen das Projekt JUMA – hier können sich junge Muslime ein- und mitmischen, denn bisher wird zu oft über sie
statt mit ihnen gesprochen.

Die empati gGmbH organisierte von 2014-2016 das Projekt in Baden-Württemberg. Hier begegneten die jungen Teilnehmer*innen beim „Meet &
Talk“ prominenten Vertretern aus Politik, Kultur, Medien und Wirtschaft. Sie bildeten sich bei Workshops zu Themen wie Rhetorik oder Public Affairs weiter. Und nicht zuletzt organisierten die Jugendlichen eigenständig Kampagnen zu Themen.
In dem Projektzeitraum haben bereits mehrere hundert junge Muslime die JUMA-Angebote wahrgenommen. Einige haben ihre Zurückhaltung abgelegt und haben sich nun selbst zu wichtigen Akteuren der Öffentlichkeit entwickelt.

Zur Projektdoku

Raum der Kulturen – Mit Geflüchteten Begegnungsorte bauen und leben

In dem Projekt „Raum der Kulturen“ planen, werkeln und gestalten junge Geflüchtete aus der Unterkunft Gerlinger Str. in Berlin-Buckow gemeinsam mit Anwohnern. Am Ende könnte dabei eine Art Forum zum Versammeln, ein kleiner Basar, eine Bühne oder einfach nur ein paar Sitzgelegenheiten entstehen. Je nachdem wie die Gruppe plant und die einzelnen mobilen Bauteile ineinander steckt, kann der „Raum der Kulturen“ kann ganz verschiedene Funktionen übernehmen.

Projektziele
Aber mindestens so wichtig wie das Produkt selbst ist der Prozess. Über das gemeinsame Arbeiten lernen sich Geflüchtete und Anwohner*innen aus dem Kiez im südlichen Buckow kennen. Denn eine echte Nachbarschaft wird durch das praktische Miteinander viel eher entstehen, als wenn Geflüchtete und Anwohner*innen nur passiv nebeneinander leben würden. Zugleich finden die Geflüchteten eine wertvolle Beschäftigung, die ihnen Wertschätzung schenken wird. Schließlich leiden junge Geflüchtete unter Langerweile mehr als unter den meisten anderen Problemen. Wie jede*r möchten sie das Gefühl haben, nützlich zu sein.

Das Projekt „Raum der Kulturen“ wird mit 39.999,40 Eruo gefördert im Rahmen des bezirklichen Nachbarschaftsprogramms aus dem Masterplan Integration und Sicherheit des Senats. Kooperationspartner sind die Heinrich-Mann-Schule und das Quartiersmanagement Gropiusstadt.

Weitere Infos: Faltblatt